DECHEMAX Initiative für Chemische Technik und Biotechnologie

DECHEMAX - Newsletter

Ausgabe 1/2013

Herzlich willkommen zum ersten DECHEMAX-Newsletter im Jahr 2013!
Wir freuen uns, dich wieder mit Neuigkeiten aus Chemie und Technik sowie über den aktuellen DECHEMAX-Schülerwettbewerb zu informieren.

Außerdem war im Januar ein Schülerpraktikant bei der DECHEMA, der mit den Machern des DECHEMAX-Wettbewerbes gesprochen und ein wenig hinter die Kulissen geschaut hat.

Viel Spaß beim Lesen wünscht dir

dein DECHEMAX-Team

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Buntes Treiben beim Wettbewerb

Der diesjährige DECHEMAX-Wettbewerb ist abgeschlossen.
Insgesamt 2450 Teams haben sich an den Fragen der ersten Runde rund um die "Kunstgriffe der Natur" versucht. 809 dieser Gruppen haben 6 oder mehr Fragen korrekt beantwortet und damit den Einzug in die zweite Runde geschafft. Am meisten Kopfzerbrechen bereitete Frage Nummer fünf "Der sechste Sinn". Hier haben die wenigstens Teams einen Punkt erhalten. Zombieameisen und nützliche Pilze hingegen schienen für die Wenigsten ein Problem darzustellen, denn Frage acht wurde von den Meisten korrekt beantwortet.

In der zweiten Runde ging es darum, sich der kunterbunten Welt der Farben der Natur hinzugeben und zu entdecken, welche Farbstoffe es gibt und wie diese funktionieren. Die Protokolle dazu sind zum großen Teil bei uns eingetroffen, täglich kommen noch neue dazu. Seit Montag sitzt unser Korrekturteam mit rauchenden Köpfen über den Bergen von Protokollen. Wir freuen uns schon darauf, die Sieger zu präsentieren.

 

Hinter den Kulissen von DECHEMAX

Unser Schülerpraktikant Gideon führte während seiner Zeit bei der DECHEMA kurze Interviews mit zwei der Verantwortlichen für den DECHEMAX-Wettbewerb. Die Ergebnisse seiner Arbeit wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Gideon: Frau Rinck, Was gibt es rund um den Wettbewerb eigentlich alles zu tun?

Rinck: Für den Wettbewerb muss man Versuche ausarbeiten und diese testen. Zudem muss man Urkunden, Flyer, Poster und Prospekte gestalten und drucken. Man muss Fragen finden und diese natürlich auch korrigieren.

Gideon: Was ist ihre Aufgabe beim DECHEMAX?

Rinck: Ich bereite das Technische vor zum Beispiel Datenbanken und kümmere mich um Fragen und Redaktionelles.

Gideon: Ist die Aufgabe leicht zu bewältigen?

Rinck: Naja, ich mache das seit 13 Jahren. Sagen wir, ich habe mich daran gewöhnt.

Gideon: Wo kommen die Fragen eigentlich her?

Rinck: Wir setzen uns mit Fachleuten zusammen, dann überlegen wir uns ein Thema - zum Beispiel "Chemische Weltreise". Anschließend schauen wir welche Fragen wir zu diesem Thema stellen könnten. Da es acht Fragen gibt, versuche ich auch acht Leute zu finden, die sich dann Fragen ausdenken sollen. Oftmals bearbeite ich auch eine oder zwei Fragen selbst.

Gideon: Wird auch getestet ob die Fragen leicht oder schwer sind?

Rinck: Das sehen wir bei der Korrektur (lacht). Nein, wir wissen ja wie schwer den Schülern etwas fällt, da wir immerhin 13 Jahre Erfahrung besitzen.

Gideon: Müssen Sie sich bei den Fragen am Schulstoff orientieren?

Rinck: Wir versuchen es natürlich, da es für Schüler gut ist Parallelen zum Unterricht ziehen zu können, was dann auch Lehrern eine Freude macht. Dennoch geht vieles darüber hinaus.

Gideon: Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei ihnen.

Rinck: Gern geschehen.

 

Gideon: Welche Aufgabe haben sie, Herr Enders?

Enders: Ich bearbeite die E-Mails, die beim DECHEMAX ankommen. Meine Hauptaufgabe ist jedoch, dass ich mich um den Wettbewerb kümmere. Ich achte unter anderem darauf, dass die Fragen für Schüler lösbar sind und nicht nur für Experten dieses Fachs. Zudem korrigiere ich noch die Antworten der Teilnehmer.

Gideon: Ist es nicht unüblich, dass die Antworten "per Hand" kontrolliert werden? Korrigieren in der heutigen Zeit nicht Computer?

Enders: Computer können nur Multiple-Choice-Antworten, Fragen bei denen man A, B, C oder D auswählen kann, oder Ja-Nein-Aufgaben lösen. Sie können jedoch keine Texte lesen, also auch keine Textantworten korrigieren. Denn manchmal muss man darauf achten ob eine Antwort auch ohne ein bestimmtes Schlagwort richtig sein könnte, wohingegen die Maschine nur Schlagwörter herausfiltern kann.

Gideon: Wird getestet ob die Versuche des Wettbewerbs auch unter nicht optimalen Bedingungen (zum Beispiel in der Küche) funktionieren?

Enders: Ja, natürlich werden die Versuche unter den Mitteln, die den Schülern zu Verfügung stehen, ausprobiert. Das erledigen entweder Claudia (Frau Rinck) und ich oder Praktikanten wie du, wenn gerade welche im Haus sind.

Gideon: Warum macht die DECHEMA diesen großen Aufwand?

Enders: Wir wollen die Begeisterung für Naturwissenschaften bei den Schülern wecken und die Interessen stärken. Die Idee ist ja auch, dass wir den Schülern den Horizont erweitern wollen, sich Wissen über den normalen Schulstoff hinaus anzueignen. Eigenes wissenschaftliches Arbeiten anzuregen, also selbst recherchieren, selbst Versuche durchführen und Ergebnisse protokollieren.

Gideon: Kann es auch mehr als drei Gesamtsieger geben?

Enders: Nein, da die Protokolle nicht identisch sein können - außer man schreibt ab (lacht). Mal fällt die Entscheidung schwerer, mal leichter. Es kommt darauf, an ob die Teilnehmer eher um das Thema herumreden oder es knapp und korrekt präsentieren.

Gideon: Ich danke Ihnen.

Enders: Bitte.

 

geobiotechnologie

Messungen an sauren Grubenwässern
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Gefrässige Helferlein

Bergleute. Kräftige Männer mit ernstem Blick und kohlestaubgeschwärzten Gesichtern, die unter Tage mit Hacke und Grubenlampe das Erz aus dem Gestein schlagen.

Oder mikrometer-kleine, auf Mikroskopaufnahmen blau schimmernde Mikroorganismen, die in feuchten Poren von Steinhaufen leben, Eisen(II)-Ionen zur Energiegewinnung nutzen und so dafür sorgen, dass Sulfidgesteine aufgelöst werden. Thiobacillus ferrooxidans heißt einer dieser kleinen Bergleute, und er wird unter anderem bei der Kupferförderung eingesetzt. Schon etwa 8 % des weltweit geförderten Kupfers wird auf diese Art und Weise gewonnen. Auch andere Metalle lassen sich auf diese Art "laugen", wie es fachmännisch heißt. Dabei werden die Gesteine zerkleinert, aufgeschüttet und mit sauren Wässern aus dem Bergbau berieselt. In diesen Wässern lebt Thiobacillus, und in der Halde beginnt er dann sein Werk.

Solche Prozesse, bei denen in der Erde (Geo) Mikroorganismen oder ihre Enzmye (Bio) technisch (technologie) eingesetzt werden, werden in der Geobiotechnologie untersucht. Die Rohstoffgewinnung ist ein wichtiges Forschungsgebiet. Sie ist immer dann attraktiv, wenn die Rohstoffe schwer zugänglich in chemischen Verbindungen gebunden und außerdem gering konzentriert sind. Das gilt nicht nur für den Bergbau, sondern auch für Abfälle und Rückstände - alte Bergbauhalden, Schlämme aus Kläranlagen, Asche aus Kraftwerken, Schlacken aus der Metallverarbeitung, aber zukünftig vielleicht auch Elektroschrott.

Doch die Geobiotechnologie kann noch mehr. Denn der oben beschriebene Thiobacillus ist nicht nur ein fleißiger Helfer; in alten Bergbaugebieten kann er auch Probleme verursachen: Dort arbeitet er auf eigene Faust, und das Ergebnis sind schwefelsaure Wässer mit sehr hohen Konzentrationen von gelöstem Eisen, aber auch problematischeren Stoffen wie Arsen. Um diese Wässer zu reinigen, werden ebenfalls geobiotechnologische Verfahren eingesetzt. Bestimmte Mikroorganismen machen aus dem Sulfat der Schwefelsäure Sulfid; dieses Sulfid verbindet sich mit vielen Metallionen, und sie fallen als schwerlösliche Salze aus und können abgetrennt werden. Auch spezielle Pflanzen kommen zum Einsatz, um Metallionen aus Böden zu entfernen.

Die Geobiotechnologie schaut aber auch darauf, was Mikroorganismen anstellen, wenn der Mensch tiefe Löcher bohrt - sei es, um durch Geothermie Wärme zu gewinnen, sei es, um Wasserstoff in alten Erdgasspeichern zu lagern, sei es bei der Ölgewinnung. Mikroorganismen können zum Beispiel helfen, Ölvorkommen besser auszubeuten; sie setzen etwa natürliche Tenside frei, die ähnlich wie Spüli das Öl dünnflüssiger und damit besser förderbar machen. Wenn sie sich stark vermehren, können sie aber auch Rohre verstopfen, oder sie könnten unterirdisch gespeicherten Wasserstoff einfach aufessen. Deswegen ist es wichtig, besser zu verstehen, wer da unten wohnt und wie er lebt; dann lassen sich die positiven Seiten technisch nutzen, und die negativen können verhindert werden.

Ein Geobiotechnologie muss sich mit vielen verschiedenen Fächern auskennen: Physik, Chemie, Mineralogie, Mikrobiologie und viele andere Disziplinen kommen hier zusammen. Einen eigenen Studiengang dafür gibt es derzeit in Deutschland nicht, aber man kann sich aus verschiedenen Richtungen heraus spezialisieren. Eine Übersicht über Studienangebote gibt es zum Beispiel im "Statuspapier Geobiotechnologie - Stand und Perspektiven", das unter http://www.dechema.de/studien heruntergeladen werden kann.

 

fragezeichen

Rätsel: 4 Bilder 1 Wort

In diesem Rätsel geht es darum, dass jeweils 4 Bilder einen Begriff beschreiben, der sich aus einem Teil der angegebenen Buchstaben zusammensetzt. Finde die richtigen 5 Begriffe, dann ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben ein chemisches Element.

Die Lösung des Rätsels aus dem letzten Newsletter (Moleküle-Raten - "Für mehr Farbe auf dem Küchentisch") lautet: Cobalt

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Bilder: birgitH, Gisela Peter, Dieter Schütz, Franz Schlager / pixelio.de

Buchstabenauswahl: F U L L A X M T M S E B C      Lösungswort: _ _ _ _ _ _
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Bilder: Rainer Sturm, Jing Zhou, Christian Roither / pixelio.de
Buchstabenauswahl: I M A U P S E M L D P U      Lösungswort: _ _ _ _ _
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Bilder: Viktor Mildenberger / pixelio.de , wikicommons
Buchstabenauswahl: T R A U F N A N W E R      Lösungswort: _ _ _ _ 
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Bilder: luise, birgitH, Uwe Schlick, Andrea Damm / pixelio.de
Buchstabenauswahl: G Q A B R I G L N O E R O       Lösungswort: _ _ _ _ _ _ 
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Bilder: Marianne J, birgitH, Dieter Schütz / pixelio.de
Buchstabenauswahl: P U E R I T G Z I N E N       Lösungswort: _ _ _ _ _ _ _ _
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Schülerclub: Die Zeit nach der Schule ...und jetzt?

Deine Schulzeit ist beendet und Du fragst Dich, was nach dem Schülerclub kommt? Du möchtest vielleicht sogar den Naturwissenschaften oder den Ingenieurwissenschaften treu bleiben, vielleicht etwas in diese Richtung studieren?

Als (ehemaliges) Mitglied des DECHEMAX-Schülerclubs kannst Du leicht in die "Abteilung Erwachsene" wechseln. Voraussetzung ist, dass Du wenigstens ein Jahr im Schülerclub dabei warst.

Dann kannst Du ein Jahr kostenlos Mitglied bei der DECHEMA werden!

Du möchtest genauer wissen, was die DECHEMA für Dich als Student zu bieten hat? Dann wirf einen Blick in den Flyer.

Wenn Du daran interessiert bist, dann fülle einfach im Mitgliederbereich des Schülerclubs den Antrag für den Wechsel zur DECHEMA aus.

 

 

 

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