DECHEMAX Initiative für Chemische Technik und Biotechnologie

Ausgabe 1/2016

Ausgabe 1/2016

DECHEMAX - Newsletter

Ausgabe 1/2016

Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe des DECHEMAX-Newsletters!

Im Sommer sitzen wir immer zwischen zwei Wettbewerben. Der eine ist so gut wie zu Ende, bis auf die Preisverleihung/Auszeichnung, die meist im September stattfindet. Andererseits beginnen schon die Vorbereitungen für den nächsten. Flyer werden gedruckt, Wissenschaftler werden zusammengerufen, um Themen für den Wettbewerb zu finden,.... eine gute Zeit, um auf den vergangenen Wettbewerb zurückzublicken und den nächsten vorzustellen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht dir

dein DECHEMAX-Team

industriekultur die Route der Industriekultur machte bei der DECHEMA halt

Die DECHEMA kann nicht nur DECHEMAX! In diesem Jahr haben wir (das DECHEMAX-Team) uns an der Route der Industriekultur Rhein-Main junior beteiligt. Hier wurde erstmals für Jugendliche (zumeist Schulklassen) von der KulturRegion FrankfurtRheinMain gGmbH ein umfangreiches Ausflugsprogramm zusammengestellt. Kreuz und quer durch Rhein-Main öffneten Zahlreiche Betriebe und Unternehmen ihre Türen und ließen die Jugendlichen hinter die Kulissen schauen. Bei der DECHEMA gab es Führungen durch die Labore unseres Forschungsinstituts. Anschließend waren noch 4 Experimentierstationen aufgebaut, an denen alle Teilnehmer auch noch einmal selbst ihre Forscher-Fähigkeiten erproben konnten. Es hat uns allen viel Spaß gemacht! Mal sehen - vielleicht sind wir auch im nächsten Jahr wieder dabei.

dom Wettbewerb 2015/2016 - Preisverleihung im September in Aachen

Eines der schönen Dinge für uns als DECHEMAX-Betreuerinnen ist immer, dass wir die Siegerteams unseres Wettbewerbes auch einmal persönlich kennenlernen können. In diesem Jahr treffen wir sie auf der Preisverleihung in Aachen. Dort finden die Jahrestagungen der DECHEMA-Biotechnologen und von ProcessNet  statt - eine ideale Plattform, um Nachwuchswissenschaftler auszuzeichnen. Wir freuen uns schon darauf!
Welche Teams außerdem noch ausgezeichnet wurden, kannst du auf unserer Siegerliste nachlesen.

fragezeichen Sommerrätsel

Sommerzeit - Ferienzeit. Und damit ihr nicht nur zu Hause sitzt und euch langweilt, stellen wir jeden Sommer ein kleines Sommerrätsel auf unsere Homepage. Ratet mit und schickt uns eure Lösung. Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen 5 Buchpreise.
logomax_kl Vorschau: DECHEMAX-Wettbewerb 2016/2017

Dechemax geht im nächsten Wettbewerb auf Tauchstation. Denn unser Thema ist das Meer. Chemie im Meer? Gibt das genug für einen Wettbewerb her, wirst du vielleicht denken? Oh ja - nach einigen Überlegungen haben wir genug Themen und Material gesammelt, dass wir lässig zwei bis drei Wettbewerbe damit füllen könnten. Wir hatten schon eher die Qual der Wahl. Da gibt es zum Beispiel einiges über die Verschmutzung des Meeres zu sagen. Oder über das Meer als Rohstoffquelle. Was bewirkt die Versauerung der Ozeane und was hat das mit den Korallenriffen zu tun? Schließlich gibt es da noch die Meeresströmungen und deren Beeinflussung unseres Klimas und und und...
Übrigens beschäftigen sich auch andere mit dem Meer. Es ist auch das Thema des Wissenschaftsjahres 2016/2017. Wer also möchte, kann sich im Laufe des nächsten Jahres sehr umfassend über das Meer informieren.
algenreaktor
Algenreaktor
Winzig kleine Superhelden

Sie sind grün (naja, manche), wachsen schnell und sind stark: Mikroalgen sind sozusagen die kleine Ausgaben des Hulk.
Und auch sie haben ihre Superhelden-Story: Vor einigen Jahren sah so mancher in Mikroalgen die Retter der Welt. Als die ersten Flugzeuge mit Algenkerosin abhoben, berichteten viele Zeitungen über die kleinen Hoffnungsträger. Seither ist es ruhiger geworden – aber das heißt nicht, dass die Geschichte nicht weitergegangen wäre.
Warum sind Mikroalgen überhaupt so spannend? Schließlich sind es nur winzige pflanzliche Lebensformen, die man in fast allen Gewässern und auch in anderen Lebensräumen antrifft. Manche von ihnen werden seit fast 120 Jahren kultiviert. Eine Reihe von Eigenschaften aber sorgt dafür, dass sie für Biotechnologen so unglaublich spannend sind. So können Mikroalgen pro Oberflächeneinheit bis zu fünfmal so viel Biomasse produzieren wie Landpflanzen. Sie sind nicht an Jahreszeiten gebunden, sondern wachsen das ganze Jahr über. Sie brauchen keinen fruchtbaren Boden, auf dem man auch Nahrungsmittel anbauen könnte, sondern können auch in trockenen Gegenden, auf Industriebrachen oder sogar im Meer kultiviert werden. Und es gibt unglaublich viele von ihnen: Rund 100.000 Arten, so schätzt man, bevölkern unseren Globus. Weniger als 10.000 davon sind genauer untersucht, und nur etwa 20 werden derzeit kommerziell genutzt.
Wenn sie genutzt werden, dann bisher vor allem zur Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmittelzusatzstoffen. Astaxanthin, das für die rote Färbung von Krebstieren sorgt, und β-Karotin sind bekannte Anitoxidantien, die unter anderem dazu beitragen, die Haut vor Sonnenbrand zu schützen. Omega-3-Fettsäuren kann der menschliche Körper nicht herstellen und muss sie über Fisch oder Pflanzenöl aufnehmen – oder eben über aus Algen hergestellte Kapseln. Und dass es wieder blaue Smarties gibt, ist auch den Algen zu verdanken. Nachdem der bisherige künstliche Farbstoff nämlich verboten wurde, verschwanden die blauen Süßigkeiten vom Markt. Bis 2007 dann ein blauer Farbstoff aus der Alge Spirulina platensis den Markt eroberte und die Welt wieder ein bisschen bunter machte.
Aber die Forscher, die sich derzeit mit Algen beschäftigen, sind nicht nur darauf aus, mehr Farbe ins Leben zu bringen: Das schon erwähnte Kerosin und andere algenbasierte Kraftstoffe gelten als Hoffnungsträger, wenn eines Tages das Erdöl zu Ende geht. Denn bei allen Hoffnungen auf Elektromobilität für normale Autos – bis elektrische Flugzeuge oder Schwerlasttransporte sich auf den Weg machen, wird es noch sehr, sehr lange dauern. Die Nutzung von Algen für die Energiegewinnung lohnt sich jenseits davon aber nur, wenn gleichzeitig andere, teurere Produkte hergestellt werden können – und danach suchen die Wissenschaftler, von der Kosmetik bis zum Hochleistungskunststoff.
Die Story der Mikroalgen ist also noch lange nicht zu Ende erzählt. Vielleicht handelt es sich bei ihnen nicht um den einen heldenhaften Einzelkämpfer, sondern eher um eine Gruppe von Spezialisten mit individuellen Superkräften, die gemeinsam Probleme lösen – aber klingt „Teenage Mutant Superalgen“ nicht auch ganz nett?

 

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