DECHEMAX Initiative für Chemische Technik und Biotechnologie

Wissenschaftstage 2004 und Tag der offenen Tür im DECHEMA-Haus

Wissenschaftstage 2004 und Tag der offenen Tür im DECHEMA-Haus

350 Schülerinnen und Schüler besuchten am 3. November die Wissenschaftstage 2004 in Frankfurt. Eingeladen hatten die DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie) und die Gesellschaft Deutscher Chemiker. Die Jugendlichen schauten den Forschern des Karl-Winnacker-Institutes über die Schulter, ließen sich deren Ergebnisse erklären, sammelten die vielfältigen Broschüren des Infostandes ein und erlebten einen Experimentalvortrag über Nanotechnologie sowie Verbrechensaufklärung mit Hilfe der Chemie.



Mit Chemie auf Verbrecherjagd

"PENG!" - kollektives Zusammenzucken der jugendlichen Zuhörer, als ein Assistent von Professor Hans Joachim Bader der Universität Frankfurt, Fachbereich Didaktik, die Schreckschußpistole auslöste. Der Redner griff zu ungewöhnliche Maßnahmen, um einerseits die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Publikums zu sichern und andererseits den Alltagsbezug der Chemie zu veranschaulichen. Über den Lauf der Schreckschusspistole hatte ein Assistent zuvor ein weißes Tuch gelegt. Nach dem Abfeuern zeigte es Flecken aus Pulverrauch, die Schmauchspuren. Besprüht mit einer Weinsäure- und einer Natriumrhodizonat-Lösung, verfärbten sich die schwarzen blei- und bariumhaltigen Schmauchspuren rot.
 

 
Untersuchung von Schmauchspuren auf einem weißen Tuch

Zuvor hatten die beiden Assistenten von Professor Bader auf einem Porzellanteller Fingerabdrücke von den Zuhörern, "die üblichen Verdächtigen", gesammelt und mit Graphitpulver sichtbar gemacht "Sie könnten auch Toner aus einem Drucker nehmen", sagte Professor Bader.
 
Aus unsichtbar wird sichtbar
 

Mehrere hundert Schülerinnen und Schüler nutzten den Tag, um mehr über Chemie und chemische Berufe zu erfahren.


Einblick in unser Forschungsinstitut

In kleinen Gruppen wurden die Jugendlichen durch das Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA geführt. So konnte man beispielsweise erfahren, wie ein Rasterkraftmikroskop funktioniert und wie es eingesetzt wird: um Risse in der Oxidbeschichtung von Hochtemperatur-Werkstoffen zu untersuchen, wie sie in der petrochemischen Industrie verwendet werden.

Ein Wissenschaftler im Nachbarlabor brannte anschließend in eine stabile Aluminiumfolie ein winzig kleines Logo der DECHEMA, um die Präzision des Lasers zu veranschaulichen. Im Forscher-Alltag kommt der Laser zur Herstellung von Kanälen für die chemische Analytik zum Einsatz.


Das DECHEMA-Logo wird gelasert


Nach was riecht es wohl?

Weitere Schülergruppen schnupperten im Labor der Bioverfahrenstechnik an einer Aromasäule, wo beispielsweise Gamma-Decalacton nach Pfirsich roch. Sie sahen, wie stecknadelkopfgroße Bakterienkolonien von Agarplatten im Laborreaktor in drei Liter Nährlösung bei 37 Grad angezüchtet werden.

Im Bereich der Technischen Chemie gab es Beispiele für die verschiedenen Arten der Korrosion zu sehen. Um diese ungewollten "modernen Kunststücke" zu verhindern, entwickeln die Wissenschaftler glassartige Beschichtungen zum Schutz von Metalloberflächen.

Wie Wasser elektrochemisch enthärtet wird - mit Hilfe von Kationenaustauscher auf der Basis von leitfähigen Polymeren - lernten die Schüler ebenfalls.

Die Jugendlichen staunten, wofür die Direk-Methanolbrennstoffzelle eingesetzt werden könnte: in Handys, Laptops und Autos. Methanol ist flüssig und im Vergleich zu Wasserstoff einfach zu handhaben


Die Wasserenthärtungsstation bei der Führung

Und schnell noch ein paar Flyer eingepackt...

Am Info-Stand fanden die vielfältigen Broschüren, TechCards und Flyer bei den Jugendlichen großen Anklang, die beispielsweise über Chemische und Technische Studiengänge informierten. Oder auch über die Frage "Kann denn Liebe chemisch sein?"

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